Kochanleitung für einen MOOC

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Quelle: EBmooc erwachsenenbildung.at 2018 – CC-BY 4.0 Verein CONEDU | EBmooc erwachsenenbildung.at | #ebmooc18 | 2018

Selbermachen ist angesagt, möglichst ohne unnötige Verpackungen und mit Zutaten, deren Herkunft man kennt. An Ideen dafür mangelt es zurzeit nicht. Nähen, schreinern, urban farming? Eher nicht. Aber vielleicht einen eigenen Online-Kurs fabrizieren? Das könnte ein interessantes Experiment sein.

Die Ingredienzen für ein solches Unterfangen stehen in einem kürzlich erschienenen Handbuch der Organisation CONEDU in Graz. Verfasst wurde es von den Machern des ersten deutschsprachigen Massive Open Online Course (MOOC) für Erwachsenenbildnerinnen und Erwachsenenbildner. Der Titel der Anleitung stimmt ähnlich optimistisch wie ein Kochbuch für Anfänger: „MOOCs in der Erwachsenenbildung. So gelingen sie.“

Easy to use!

Und tatsächlich: Einen Online-Kurs zu erstellen, scheint keine unüberwindlichen Schwierigkeiten mit sich zu bringen. Benötigt werden: Personelle, finanzielle und technische Ressourcen, ein paar Kooperationspartner, ein solides pädagogisch-didaktisches Konzept und geeignete Lernmaterialien. Wer an Onlinekurse denkt, denkt unweigerlich an hohe Investitionen in Technik. Nicht so die Autoren des MOOC-Leitfadens.

Ihre Empfehlung lautet: Gewöhnliche Computer und Laptops mit der üblichen Standardsoftware – was man im Büro so zur Hand hat – sowie ein Mikrofon und ein einfaches Videobearbeitungsprogramm reichen in der Regel aus, um die Inhalte zu erstellen.

Für die Durchführung des Kurses kann man auf bestehende Plattformen zurückgreifen. Der Technik sollte also nicht zu viel Bedeutung beigemessen werden. Es ist ähnlich wie beim Kochen: Ob das Essen in der einfachen Pfanne oder im neuesten Steamer gekocht wurde, ist vielleicht nicht völlig egal, aber bestimmt nicht das entscheidende Kriterium für die Qualität dessen, was am Ende auf den Teller kommt.

Erfolgsfaktor Didaktik

Dasselbe gilt für die Weiterbildung. Deren Qualität steht und fällt mit dem didaktischen Konzept und dessen Umsetzung. Fehlt ein adäquates Konzept, können weder Geld noch Technik den Kurs retten. Zur Didaktik von Onlinekursen gehören neben dem Kursdesign auch die Begleitung und Moderation sowie hochwertige Lernmaterialien.

Ausserdem gilt es, die analoge und die digitale Welt der Teilnehmenden zu verbinden. Wie bei der Technik, empfiehlt das Handbuch auch in Sachen Didaktik, sich an Bewährtes zu halten und die Dinge nicht unnötig zu verkomplizieren. Es gilt das Motto „easy to use“. Trotzdem: Eine gute Didaktik, Lernmaterialien und die Kompetenzen, um MOOCs erfolgreich über die Bühne bzw. den Bildschirm zu bringen, fallen nicht vom Himmel.

Erfahrungen sammeln

Die Autoren des MOOC-Handbuchs konnten auf ihre Erfahrungen mit dem ersten EBmooc zurückgreifen. Von den 3000 Angemeldeten haben über 1000 Personen den gesamten Kurs absolviert und das Abschlusszertifikat erlangt, eine für MOOCs beachtliche Erfolgsquote. Auf diesen Lorbeeren hätte sich das Entwicklerteam ausruhen können. Stattdessen hat es den MOOC gründlich evaluiert und teilweise überarbeitet. Die zweite Ausgabe startet am 4. April.

Wer es den Schöpfern des EBmooc nachmachen möchte, tut also vielleicht gut daran, erst einmal als Teilnehmer MOOC-Luft zu schnuppern, bevor er oder sie die Ärmel kochkrempelt, um einen eigenen MOOC ins Netz zu stellen. Man würde seinen Gästen schliesslich auch kein Menu vorsetzen, das man selber noch nie gegessen hat.

Quelle: EBmooc erwachsenenbildung.at 2018 – CC-BY 4.0 Verein CONEDU | EBmooc erwachsenenbildung.at | #ebmooc18 | 2018

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