Informell Gelerntes lässt sich auch darstellen

Was ich privat gelernt habe, lässt sich durchaus auch in einem Bewerbungsprozess nachweisen. (Bild: Ryan McGuire under CC)

Was ich privat gelernt habe, lässt sich durchaus auch in einem Bewerbungsprozess nachweisen. (Bild: Ryan McGuire under CC)

Ich hatte kürzlich das Vergnügen, meinen CV zu aktualisieren. Ich konnte einiges an beruflicher Erfahrung hinzufügen, seit ich ihn das letzte Mal auf den neuesten Stand gebracht hatte. Doch was sollte ich unter Weiterbildung eintragen? Ich weiss ja: Jeder Personaler blickt da besonders gerne hin. Aber ich hatte leider kein CAS, schon gar kein MAS oder irgendwelche Diplome vorzuweisen, die meine Weiterbildung dokumentierten.

Viel gelernt, wenig dokumentiert

Nicht, dass ich nichts gemacht hätte. Im Gegenteil. Während meiner vielen Berufsjahre habe ich ständig gelernt, on the Job das meiste. Vieles aber auch privat. Ich habe mir all die Dinge beigebracht, die ich brauchen konnte, die ich brauchen musste. Und noch vieles mehr, das eigentlich nur Spass machte.

Aber nun stand ich da mit all dem Gelernten und fragte mich: Wie könnte ich das ausweisen? Ganz schön schwierig. Behaupten kann ja jeder alles. Wollte ich alle meine Kompetenzen auflisten und beschreiben, hätte mein CV den Umfang eines mittleren Romans angenommen. Nicht ganz Tolstoi zwar. Aber immer noch so gewichtig, dass ein HR-Verantwortlicher schon beim blossen Anblick des Konvoluts Forfait gegeben hätte.

Sollte ich nun einfach hinnehmen, dass alles nur Spass an der Freud war, aber in einem Bewerbungsprozess kein Gewicht besitzt? Nein. Auf keinen Fall.

Auswahl und Gewichtung

Die Auswege aus dem Dilemma heissen Auswahl und Gewichtung. Es gilt zu überlegen, welche Kompetenzen am ehesten einlösen, was bei einer neuen Stelle gefordert wird. Und plötzlich bekommen zumindest einige meiner informell gelernten Skills gar ein besonderes Gewicht. Sie sind beschreibbar im Rahmen dessen, was verlangt wird.

Und sie erhöhen die Passgenauigkeit meines Profils, wenn auch unter Umständen nur indirekt. Aber das kann sogar zusätzlich nützen. Beispielsweise wird für eine bestimmte Stelle die Kenntnis eines Computerprogramms vorausgesetzt. Dummerweise habe ich just mit diesem einen Programm keine Erfahrung. Aber ich habe im Selbststudium etliche andere, vergleichbare Programmen kennengelernt.

Was und wie ich lerne

Das kann ich beschreiben, ohne allzu ausführlich zu werden. Und ich kann dabei auch gleich darstellen, wie ich lerne. Ich meine, die Fähigkeit und der Wille, sich auf informellen Wegen Wissen und Kompetenzen anzueignen, sollte auch von Personalern stärker geschätzt werden. Im Mindesten attestieren sie einem Kandidaten eine unstillbare Neugierde. Und das ist doch schon mal eine der wichtigsten Voraussetzungen, um einen Job gut zu machen.

Übrigens gibt es auch den Bildungspass vom SVEB. Mit diesem lassen sich erworbene Kompetenzen und Qualifikationen dokumentieren. Eintragen lassen sich dort die unterschiedlichsten Formen der Weiterbildung. Damit bietet der Bildungspass den Mitarbeitenden und dem Unternehmen einen kompakten Überblick über die Entwicklung der individuellen Weiterbildungsaktivität. Also eigentlich ein Must-have.

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