Schöne neue Weiterbildungswelt

Neue Angebote werden in den kommenden Jahren den Bildungsmarkt auch in der Schweiz weiter beleben. Einige von ihnen dürften gewöhnungsbedürftig sein.

Wo, glauben Sie, können Sie sich am besten zur Führungspersönlichkeit weiterbilden? Oder wo werden Ihre Skills als Teammitglied gestärkt? Oder wer führt Sie am ehesten in jenes Berufsfeld, in dem Sie sich am besten entfalten können?

Sie denken wohl spontan an das Managementseminar einer Fachhochschule – oder an ein MBA möglichst an einer renommierten Universität. Warum nicht? Aber die Zukunft der Business-Ausbildung führt vielleicht in eine ganz andere, eine eher philosophische Richtung, oder baut auf Fähigkeiten auf, die sie nicht im Frontalunterricht zu schlucken haben, sondern durch unternehmerische Tätigkeit selbst entwickeln.
Philosophie und Business

Seit 2012 schon bieten die Kaospilots (kein Tippfehler) in Bern eine mehrjährige Ausbildung im Bereich Unternehmertum und Leadership an. Dies in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Bern. Nun klingt Chaos ja nicht gerade nach einer ordentlichen Ausbildung. Aber die Kaospilots  meinen es durchaus ernst. Nur, dass mitunter Kurselemente enthalten sind, die sie an einer klassischen Hochschule allenfalls im Sportprogramm finden.

In London hat der Philosoph Alain de Botton 2008 die School of Life ins Leben gerufen. Sie teilt Lerninhalte nicht in abstrakte Kategorien auf, sondern offeriert Kurse, deren Inhalte uns direkt anzugehen scheinen: Es geht um Beziehung, Politik, Reisen und Familie.  Und es geht auch und nicht zuletzt um das Arbeitsleben, die Karriere, um Leadership.

Auch die London School of Life versteht sich als Business School. Anstatt jedoch – etwa im Workshop über authentisches Leadership – einen steifen Dozenten für Management-Tools vor sich haben, führt der italienische Tausendsassa  Francesco Dimitri durchs Programm. In seinem Curriculum findet sich unter anderem eine Dokumentation über Ufo-Kult.

Unseriös? Warum? Einfach anders. Im Frühling will die London School of Life auch in die Schweiz kommen und nach zahlreichen Niederlassungen auf der ganzen Welt eine Dependance in Zürich eröffnen.

In die Rolle von Unternehmern schlüpfen

Vielleicht für unsere Gewohnheiten etwas zugänglicher, und doch auch von der Norm abweichend ist die Business School Stride, die ebenfalls im Frühling ihre ersten Kurse durchführen will. Stride ist ein Spinn-off des Impact Hub Zürich. Dieser wiederum ist eine Mischung aus Co-Working-Space und Startup-Incubator.
Stride macht sich das Wissen und die Erfahrung, das der Hub in den Jahren seit seiner Eröffnung in Zürich 2011 im Bereich Startup-Entwicklung, Teambildung und Projekt-Umsetzung gesammelt hat, zunutze und bietet Managern eine Ausbildung in Entrepreneurial Leadership an.

Wiederum geht es darum, anstatt Management-Methoden zu pauken oder Case-Studies durchzuführen, echte Projekte zu entwickeln und in einem Prozess umzusetzen. „Wir vermitteln Wissen, das man nicht googeln kann“, sagen die Stride-Gründer.

Ihre Methode folgt dem Prinzip des Un-Schooling: gelernt wird anhand der Realität des eigenen Projekts. Anstatt als Lehrer verstehen sich die Dozenten als Begleiter, deren Aufgabe es ist, aus ihren Lernenden das Beste herauszuholen.

Weiterbildung hat viele Facetten – und es werden auch in der Schweiz immer mehr. Und das ist gut so. Jeder und jede ist  aufgefordert, für sich das Richtige zu finden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s